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Bleibt alles anders

High-End muss zwei-kanalig, teuer und exquisit sein? Falsch. High-End muss superb klingen. Das erreicht man oft mit ungewöhnlichen Ketten. Wie wäre es mit einer 2.1-Anlage von Canton?

Bei Experimenten weiß man nie, was herauskommt. So wurde der Champagner durch Zufall erfunden, und auch beim Kombinieren von High-End-Anlagen erlebt man so manche Überraschung. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ein Kollege von AUDIO ein Klipschorn mit einem iPod-Verstärker kombinierte, eine völlig absurde Kette. Doch sie klang sensationell dynamisch und stimmig. Diese kleine Anekdote lehrt uns dreierlei: Erstens sind es oft die ungewöhnlichsten Kombis, die symbiotisch gute Musik machen. Zweitens können auch Komponenten ohne weihevolles Exoten-Image highendig klingen. Und drittens muss das Ganze nicht teuer sein.

Tages angekommen wären, der Reference 7.2DC von Canton

Womit wir beim Star des heutigen Tages angekommen wären, der Reference 7.2DC von Canton. Eine wohlproportionierte, schlanke Standbox, bei der außer ihrem hervorragend gemachten Klavierlack über dem Echtholzfurnier nichts auf besondere Werte und Weihen hindeutet. Technische Daten und Image lassen einen nach Exotismus lechzenden High-Ender-ja, ich meine den Typus mit den New-Old-Stock-Röhren - vermutlich ziemlich kalt. Canton kennt jeder, Canton steht im deutschen Durchschnitts-Wohnzimmer, hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und setzt auf schnörkelloses Engineering ohne Voodoo.

Die Hochtonkalotte ist mit einer Keramikschicht gehärtet

Die Hochtonkalotte ist mit einer Keramikschicht gehärtet. Nur dank Schallführung, Gitter und Schalllinse erreicht sie ein so homogenes Abstrahlverhalten
Tieftöner (links) und Mitteltöner (rechts) unterscheiden sich äußerlich nur minimal, etwa in der Membrangeometrie. Doch die Parameter sind komplett unterschiedlich

Mit 4000 Euro Paarpreis ist die Box für den Luxus-Liebhaber natürlich zu billig, der Otto-Normal-Hifiist dagegen empfindet den Aufpreis zu einem ähnlich dimensionierten Vento-Modell als happig. Zu allem Überfluss harmonieren die Reference-Cantons auch erfahrungsgemäß mit den meisten Verstärkern problemlos und sind damit High-Endern ohnehin verdächtig. Dennoch kann man mit ihnen wunderbar experimentieren und klanglich sehr weit kommen. Als ich die kleine Canton Reference zum ersten Mal hörte, fiel mir neben dem sensationell klaren und fürwahr highendigen Hochmittelton der prononcierte Bass auf, der bei zu viel oder zu wenig Wandnähe gern mal an Präzision verliert und in manchen Räumen überhaupt nicht zum Klingen zu bringen ist.

Welches Gegenmittel gibt es für solche Probleme? Einen Subwoofer. Ohne Witz. Optimal aufgestellt und eingemessen, sorgt dieser für eine gleichmäßigere Verteilung der Schallwellen und für mehr Basspräzision. Glauben Sie nicht? Dann lade ich Sie hiermit ein zu einem audio- philen Aha-Erlebnis. Denn die Gattung der Tieftonerzeuger kann weit mehr, als in Heimkino und Car-HiFi viel Druck zu erzeugen.

Zum Beispiel der Vento Sub 850 R. Seine aktive Elektronik ist komplett digital gehalten, Trennfrequenz, Pegel lassen sich bequem mit der Funk-Fernbedienung vom Hörplatz aus abgleichen und auf den kleinen LED-Zeilen auch kontrollieren: extrem wichtig, um den Sub mit den Satelliten im Gleichtakt spielen zu lassen und ihn auf den Raum einzustellen, während man selbst am Hörplatz lauscht (oder mit einem Messgerät nachhilft). Ins Auge sticht dabei die „Room Compensation" - nichts anderes als verschiedene Abstimmungen, mit denen der Woofer in kleinen Räumen oder wandnah vom Dröhnen abgehalten werden kann oder in Bass-verschlu- ckenden Leichtbauhäusern etwas mehr Nachdruck erzeugt. Auch Trennfrequenz und Phasenlage des Subs sind für ein harmonisches Zusammenspiel extrem wichtig, diese lassen sich ebenfalls von Ferne kontrollieren. Der digitale Signalprozessor sorgt zudem dafür, dass der Vento Sub niemals an seine Grenzen kommt: Der eingebaute Limiter ist intelligent, sprich frequenzselektiv, und blendet im Fall einer Übersteuerung nur die alleruntersten Frequenzen aus. Auch die Chassis sind vom Feinsten: Neben dem aktiven, nach vorn arbeitenden Zwölfzoller ersetzt noch eine flache Passivmembran, die Downfire spielt, das Reflexrohr - Kompression und Schnüffelgeräusche am Rohr haben keine Chance.

Nach all dem High-Tech im Woofer wirkt die Standbox mit ihrer passiven Weiche auch aufden High-Ender beruhigend traditionell. Mit Hausmitteln allein strebt aber auch sie nicht nach der klanglichen Top-Liga. So setzt Canton-Chefentwickler Frank Göbl bei der Reference-Serie auf Hochtonmembranen mit Keramik. Dieses ultraharte Material entsteht, wenn man die Oberfläche eines Metalls, in diesem Fall Aluminium, oxidiert. So profitiert die Kalotte von den dämpfenden Eigenschaften des puren Leichtmetalles und zugleich von der Härte der Keramik, die Partialschwingungen und Wellen auf der Oberfläche zuverlässig unterdrückt. Damit dieser Hochtöner im Einzoll-Format sich dennoch auch bei der Schallabstrahlung homogen verhält, wird er mit einer kleinen Schallführung sowie einer Schalllinse getunt. Nebeneffekt; Der Wirkungsgrad steigt, die Verzerrungen werden reduziert.

Dieses Ziel stand auch bei der Entwicklung der Tief- und Mitteltöner ganz oben auf der Agenda: Die Reference ist als echte Dreiwege-Box ausgelegt. Die Konustöner sehen sich dabei verblüffend ähnlich - nur die unterschiedliche Membran-Geometrie deutet darauf hin, dass der eine Spezialist für große Hübe und harte Bässe ist, der andere dafür, so differenziert und homogen wie möglich zu spielen. Die passive Frequenzweiche trennt denn auch bei 220 Hz, womit der Mitteltöner den gesamten Stimmbereich wiedergibt, aber von schwerer Bassarbeit befreit wird.

Die Subwoofer-Weiche ist komplett digital, per Fernbedienung lassen sich Trennfrequenz

Die Subwoofer-Weiche ist komplett digital, per Fernbedienung lassen sich Trennfrequenz, Equalizer & Co. steuern.
Flach-Mann: Statt eines Reflexrohrs arbeitet bodenseitig eine Passivmembran.
Kavents-Mann: das 12-Zoll-Chassis mit doppeltem Magnetring und kräftigem Gusskorb. Die Membran ist ein Sandwich aus Alu und Graphit - das ist steifer als das Leichtmetall allein.

„Image ist nichts, scheiß' auf alle, die bekannt sind", rappen sich die Fantastischen Vier im Song „Buenos Dias Messias" ihren Frust über Geschmackspäpste und Meinungsmache von der Seele („Unplugged"). Ein guter Einstieg für die Reference 7.2 DC, die das ohne elektronische Verstärkung eingespielte Orchester mit einem außergewöhnlich satten Beat wiedergab. Das Bassvolumen der schlanken Box beeindruckte wahrlich und harmonierte perfekt mit den ausgewogen-sanften Klangfarben. Dabei erschien auch der akustische Raum - eine für Live- konzerte zweckentfremdete Tropfsteinhöhle tief unter der Erde - vor dem geistigen Auge der Hörer in Respekt einflößenden Ausmaßen. Die drei Rapper platzierte die Canton sauber voneinander separiert an die Bühnenkante.

Das Einzige, was fehlte, war eine gewisse Härte im Beat, die Rhythmus-Sek- tion arbeitete wenig fokussiert, nicht ganz auf den Punkt, und die Schläge der Bassdrum wummerten immer etwas nach. Genau hier hilft der zugeschaltete Sub. Was zunächst erstaunt: Durch den vernünftig eingepegelten Woofer gab esnicht hörbar mehr Bass, lediglich der Charakter änderte sich. Wo die Beats vorher im Ungefähren blieben, hämmerten jetzt Bass und Bassdrum präzise im Takt und ließen jeden Fuß wippen.

Davon profitierten durchaus ernsthafte Töne: ein voluminöser Flügel etwa (Brahms op. 116-119, Leonskaja, MDG), der durch den zugeschalteten Woofer noch mehr Körper wie Struktur erhielt -die Musik gewann an Homogenität und zog den Hörer noch mehr ins Geschehen. Oder Berlioz' „Symphonie Fantastique" (Nezet-Seguin): Hier beeindruckten neben dem seidigen und weit gefächerten, ja fast schöngeistigen Streicherklang vor allem die schnellen Dynamikwechsel, denen das Canton-Trio mit atemberaubend genauem Timing, aber auch einer guten Portion Bass-Drive folgte.

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht mehr, mit welcher Elektronik oder welchen Kabeln ich die Cantons am meisten genossen habe. Ich habe einfach Musik gehört und die Technik vergessen. Um das zu erreichen, muss man eben manchmal ungewöhnliche Wege gehen. Das ist für mich die Definition von High-End.

Frequenzgang Reference 7.2 DC / Vento Sub 850 R

Frequenzgang Reference 7.2 DC / Vento Sub 850 R

Sehr ausgewogen mit etwas betontem Oberbass. Sehr tiefreichend mit langsam fallendem Bass. Hoher Kennschalldruck von 86,6 dB bei 2 Volt, größenbezogen hervorragender Maximalpegel von 106,5 dB, Impedanzminimum bei 2,8 Ohm. Durchgehend sehr geringer Klirr, auch im Bass (o. Abb.).

Sehr tiefreichend (-3 dB bei 25 Hz). Tiefpassfilter im Übergangsbereich flach, dann steiler werdend. Zusätzliche Ortsentzerrung wirkt vor allem auf die Flanke im Tiefstbass unterhalb 40 Hz. Beliebige Equalizerfilter sind zusätzlich programmierbar. Klirr oberhalb 40 Hz sehr gering, Maximalpegel 108,5 dB.

AUDIOphile Empfehlung

Die Reference harmoniert mit den meisten Amps. Ihr Bass fordert aber eine sorgfältige Aufstellung, die Kombi mit Sub ist präziser - und deutlich flexibler.

Reference 7.2 DC Listenpreis: 4000 Euro Garantiezeit: 10 Jahre Gewicht: 30 kg Maße (B x H x T): 23,5 x 105 x 34,5 cm
Oberflächen: Kirsche, Weiß, Schwarz, jeweils Klavierlack
Vento Sub 850 R Listenpreis: 2400 Euro Gewicht: 32,5 kg Maße (B x H x T): 38 x 52 x 51 cm
Oberflächen: Kirsche, Weiß, Schwarz

Der Autor Malte Ruhnke - war noch nie ein echter High-Ender. Solide Komponenten von Profi- und Consumer-Marken begeistern ihn mehr als exotische Kabel und teures Zubehör. Wenn getunt wird, dann an der Aufstellung der Boxen - oder mit einem zusätzlichen Subwoofer.

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